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Bergwaldprojekt in Transkarpatien
Die Idee mit dem Bergwaldprojekt gegen Osten zu expandieren ist seit den Umwälzungen in Osteuropa in den 90er Jahren immer wieder im Gespräch. Das Bergwaldprojekt steht für eine nachhaltige und nicht überstürzte Entwicklung ein. Nun ist die Zeit reif, um konkrete Schritte für einen Einsatz in Transkarpatien in der Ukraine im Jahr 2006 zu unternehmen.
Flyer zum Herunterladen (pdf 170kb) |
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Das Bergwaldprojekt hat inzwischen in Transkarpatien und darüber hinaus eine Eigendynamik entwickelt. Mehr dazu auf der Website der Organisation: www.bergwaldprojekt.org
Berichte vom Projekt 2006:
Novyny Nr. 18 vom Oktober 2006
(pdf 1,5mb)
Novyny Nr. 19 zum Neujahr 2007 (pdf 550 kb)
In den letzten zehn Jahren waren verschiedentlich Försterdelegationen aus der Schweiz zu Besuch im gebirgigen Transkarpatien. Besonders die schon zu Sowjetzeiten errichteten Buchenurwaldreservate stossen auf reges Interesse. Schweizerische Entwicklungsprogramme im Zusammenhang mit forstlicher Planung und Ausbildung laufen an. Die naturräumlichen Voraussetzungen, Waldgesellschaften und Probleme des Bergwaldes sind ähnlich wie im Alpenraum.
NeSTU und Longo Mai in Nischnjie Seleschtschjie vermittelten uns Kontakte zu Förstern und Forstbehörden und unterstützen uns, um in der Ukraine Fuss zu fassen.
Transkarpatien verfügt über sehr grosse zusammenhängende Bergwaldgebiete. Die Schutzwirkungen (Wasserhaushalt) des Waldes sind augenfällig; zudem hat der Wald eine enorm wichtige wirtschaftliche Bedeutung. Ganze Talschaften und Dörfer leben ausschliesslich vom Wald; in dieser Art gibt es das wohl in keinem anderen europäischen Land mehr. Vom wachsenden Baum bis zur fertigen Türe, werden die Bewohner in der heimischen Holzproduktion beschäftigt. Waldbeeren und –pilze werden in grossem Umfang gesammelt. In der vom Wald lebenden Bevölkerung ist das Bewusstsein der Bedeutung des Waldes hoch.

Projektbeschrieb
Projektort: Lopuchovo
Lopuchovo liegt zuhinterst im abgeschiedenen Teresiental inmitten von Bergwald. Im Dorf leben 3500 Personen und die meisten leben vom Wald.
Im Teresiental wurde schon zu Österreichisch-Ungarischer Zeit Forstwirtschaft in umfangreichem Stil betrieben. Auch die sowjetische Planwirtschaft setzte hier auf den Produktionsfaktor Wald und die Verarbeitung des Rohstoffes Holz. Das Staatsforstkomitee betrieb im Dorf Lopuchovo Sägereien und eine grosse Möbelfabrik.
Nach der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 funktionierten die staatliche Waldwirtschaft und die holzverarbeitenden Betriebe nicht mehr. Die Umstellung auf marktwirtschaftliche und nachhaltige Verhältnisse benötigt Zeit und gute Ideen.
Zeit: 16. Juli – 29. Juli 2006
Teilnehmer:
5-10 Ukrainer und 15 Teilnehmer aus dem Westen (flexibel und mit einem echten Interesse am Wald und an der Waldentwicklung in der Ukraine).
Waldfachleute und andere Bergwalderfahrene Personen sind gefragt, die es sich gewohnt sind, aus unkonventionellen Situationen, angepasste Lösungen zu erarbeiten. Die Teilnehmenden müssen bereit sein, individuell mit dem Zug (es wird nicht geflogen!) in das Transkarpatische Städtchen Chust zu reisen.
Unterkunft:
In Gemeinschaftsunterkunft oder in Privathaushalten
Arbeiten:
diverses möglich (z. B. Bau von Begehungswegen, Waldpflege, ...), je nach Bedarf, in Absprache mit Forstdienst
Wir werden eng mit dem Forstdienst zusammenarbeiten und suchen den Kontakt zur Dorfbevölkerung. Um die sprachliche Verständigung sicherzustellen, werden wir Übersetzer engagieren.
Rahmenprogramm:
So: Anreise Chust - Lopuchovo, Einrichten
Mo: Bekanntmachen mit Förstern und Dorf
Di – Fr: Arbeiten im Wald
Sa: Exkursion
So: frei
Mo – Mi: Arbeit im Wald
Do: Exkursion
Fr Vormittag: Abschlussarbeiten, Werkzeug putzen
Fr Nachmittag: Abschlussnachmittag/abend
Sa: Rückreise nach Chust
Wie in der Schweiz, soll es nicht bei einem einmaligen Einsatz bleiben. Deshalb waren 2005 schon 3 Ukrainer als Praktikanten bei uns in die Schweiz. Sie werden uns bei der Projektdurchführung nächsten Sommer, bei der Weiterführung und beim Aufbau des Bergwaldprojekt Ukraine helfen. Wir möchten auch im nächsten Frühjahr noch einmal ukrainische Praktikanten an Schweizer Projektwochen teilnehmen lassen.
Ziel
Mir unserm Einsatz in der Ukraine zielen wir nicht darauf ab, den westlichen Fortschritt hinzubringen. Wir wollen möglichst unbürokratisch wirtschaftliche und ideelle Unterstützung leisten. Wir würden gerne vielen Menschen Gelegenheit geben, sich den Wald von Transkarpatien anzuschauen und zu staunen, wie die Ukrainer zum Beispiel europäische marktwirtschaftliche Begriffe wie „regionale Wertschöpfung“ seit Jahrhunderten erfolgreich umsetzen.
Viele Ukrainer haben das Bedürfnis nach einer Verbesserung des Lebensstandards.
Das Bergwaldprojekt würde der Situation gerne begegnen, in dem wir Leute aus Ost und West im Wald zusammenführen. Aus dem gemeinsamen Austausch können dann Ideen erarbeitet werden, die auch wirklich dem Wald und der vom Wald abhängigen Bevölkerung der Ukraine helfen.

4. März 2006 - Konzert und Fotoausstellung in Trin
Als Einstimmung auf das Projekt in der Ukraine gastiert am 4. März 2006 die Musikgruppe „Hudaki“ zu einem Konzert bei uns im Bergwaldhaus „Mesaglina“ in Trin. Sie werden uns mit authentischer Musik verwöhnen. Umrahmt wird das Konzert von einer Fotoausstellung des bekannten Kiewer Fotografen Aleksandr Glyadeyelov, der während einem Jahr das Leben in Lopuchovo festgehalten hat.
Kontakt:
Stiftung Bergwaldprojekt
Hauptstrasse 24
CH-7014 Trin, Schweiz
Tel. +41 (0)81 - 630 41 45 Fax +41 (0)81 - 630 41 47
info@bergwaldprojekt.org
www.bergwaldprojekt.org